Warum sind Hochzeitsfotografen so teuer?

Uns erstaunt manchmal immer noch, wie kontrovers und tlw. leider unsachlich beim Thema Hochzeit die Preise für „Hochzeitsfotos“ diskutiert werden.
Gerade sind wir über diesen Satz gestolpert: „1.500,- EUR für zehn Stunden! Das ist ja wohl frech!“ Um das klar zu stellen: der Satz hat sich NICHT auf uns und unsere Preise bezogen. Und der Preis könnte auch 1.200,-EUR oder 1.700,-EUR sein – die Aussage wäre wohl die gleiche. An anderer Stelle liest man Sätze wie „das ist ja Wucher“ oder „Ich will doch nur ein paar Fotos und nicht den Fotografen kaufen“.  Zeitgleich fallen dann aber auch Sätze wie: „Wir wollen einen Fotografen der weiß was er tut und tolle Fotos macht.
Wonach also sucht Ihr dann als Brautpaar? Nach einem PROFESSIONELLEN Hochzeitsfotografen – denn DER ist es, der die tollen Fotos macht UND weiß was er tut.

Woher kommt diese Diskrepanz, dass auf der einen Seite ein professioneller Fotograf gesucht wird, auf der anderen Seite aber fast schon erwartet wird, dass er Preise wie ein nebenberuflich arbeitender oder „Hobbyfotograf“ anbietet? Wobei der Begriff „Hobby“ hier KEINE Beurteilung über die Qualität von Fotos sein soll! Er bezieht sich AUSSCHLIESSLICH darauf, welche (Gesamt)Leistung Ihr bekommt – ein „Hobbyfotograf“ bietet Euch nicht die gleiche Leistung. Von der Erfahrung eines professionellen Fotografen mal ganz abgesehen.
Und da wären wir schon mittendrin in der Beantwortung der oben gestellten Frage „Warum sind Hochzeitsfotografen so teuer?“: Weil sie nicht nur zu Eurer Hochzeit kommen und ein paar Bilder machen. Und weil sie Euch nicht einfach nur Fotos verkaufen.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieser Post soll keine Rechtfertigung der Preise sein und keine Auflistung von Ausgaben und Kosten eines Fotografen.
Und es geht hier auch ausschließlich um ebendiese „professionellen Hochzeitsfotografen“ – d.h. Fotografen die selbständig sind, von diesem „Job“ leben (müssen) und die, wie wir, auf Hochzeiten spezialisiert sind bzw. zu einem sehr großen Teil Hochzeiten fotografieren.
Natürlich könnt und sollt Ihr Euch, als Brautpaar, nicht im Detail damit beschäftigen, warum ein Hochzeitsfotograf den Preis „X“ verlangt, aber wir wollen mit diesem Post etwas „aufklären“, so dass Ihr ein besseres Verständnis dafür bekommt, dass die Preise eben NICHT der Phantasie des Fotografen entspringen, sondern einen berechtigten, wirtschaftlichen Hintergrund haben.

Wenn Ihr Euch auf die Suche nach dem Hochzeitsfotografen begebt, werdet Ihr schnell merken, dass es tlw. sehr große Preisunterschiede gibt. Ihr werdet aber genauso schnell sehen, dass PROFESSIONELLE Hochzeitsfotografen, nicht unter einem bestimmten Preislevel anbieten. Warum? Weil es wirtschaftlich einfach nicht geht.

In unseren Breiten dauert die (Haupt)Hochzeitssaison von April bis September – also gute 6 Monate. Vereinfacht gesagt bedeutet das, der Fotografen muss in dieser Zeit auch das Geld für den Rest des Jahres erwirtschaften. Nun könnte er ja immerhin 6 Monate lang jeden Freitag und Samstag eine Hochzeit fotografieren. Aber das ist, um es deutlich zu sagen, Blödsinn. Zum einen wird kaum ein Fotograf wirklich an jedem Wochenende für 2 Hochzeiten gebucht. Zum Anderen, selbst wenn er wollte, er könnte das NICHT umsetzen.
Warum nicht? Das Fotografieren selbst macht, je nach „Umfang“ der Hochzeit, nur MAX. 10-25% der gesamten Arbeitszeit aus, die ein professioneller Hochzeitsfotograf in eine einzelne Hochzeit „investiert“!
Er nimmt seine „Aufgabe“ sehr ernst und legt viel Wert auf eine gute Vorbereitung, recherchiert die Locations, trifft sich mehrmals mit dem Brautpaar, macht ein Probeshooting, arbeitet natürlich mit doppeltem Equipment um technische Ausfälle auszuschließen, hat immer einen „Plan B“ z.B. für schlechtes Wetter … und legt großen Wert auf eine sorgfältige (und damit zeitintensive) Nachbearbeitung der Bilder. Und er bringt viel Erfahrung mit, die Euch hilft. Er kennt die Abläufe einer Hochzeit, weiß wann wichtige Dinge passieren, arbeitet schnell und ist immer „fokussiert“. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass Hochzeitsfotografen auch sehr oft nicht „nur“ Fotografen sind. Wir konnten schon vielen „unserer“ Brautpaare wichtige Infos, Hilfen und Tipps für Ihre Hochzeitsplanung geben.
Ein erstes Kennenlern-Treffen, weitere Treffen, Probeshooting, Fahrtzeiten für Treffen/Probeshooting/Hochzeit, Büroarbeiten, Recherchen, Telefonate, Bildbearbeitung nach der Hochzeit usw.usw. – für eine 10h-Hochzeitsbegleitung können unterm Strich 40 Arbeitsstunden zusammen kommen, oft sogar noch mehr.

Damit wird schnell deutlich, warum der Fotograf NICHT 2 Hochzeiten an jedem Wochenende begleiten kann. Und noch eins wird klar:
Ein Fotograf der 1.500,-EUR für eine 10h-Hochzeitsbegleitung berechnet, hat KEINEN Stundenlohn von 150,-EUR!

Natürlich kann man nicht alle Angebote und Preise 1:1 vergleichen. Die Angebote beinhalten tlw. unterschiedliche Leistungen und „gefragte“ Fotografen sind, wie bei anderen Dingen im Leben, teurer.
Aber alle professionellen Hochzeitsfotografen haben eins gemeinsam: sie verkaufen Euch keine Fotos! Sie erbringen eine professionelle und zeitintensive Dienstleistung, an deren Ende Eure Fotos stehen. Sie schaffen Euch bleibende Erinnerungen – DIE Erinnerungen an Eure Hochzeit.

Abgesehen vom tatsächlichen zeitlichen „Aufwand“ für eine Hochzeit muss der Fotograf natürlich auch alles „Drumherum“ in seine Kalkulation einbeziehen. Er muss nicht nur seine privaten Kosten decken sondern auch alles, was allgemein mit seiner Selbständigkeit zu tun hat … Versicherungen, Berufsgenossenschaft, ggf. Studiomiete, Rücklagen für Equipment, usw. usw.
Ganz einfach gesagt: um auf das Bruttogehalt eines Angestellten zu kommen, muss ein selbstständiger Fotograf mind. das Doppelte bis Dreifache an Umsatz erwirtschaften. Das trifft natürlich grundsätzlich auf die meisten Selbstständigen zu, der Hochzeitsfotograf hat nur das „Problem“, das er dafür eben kein ganzes Jahr sondern nur einen begrenzten Zeitraum hat.

SELBSTVERSTÄNDLICH wissen wir, dass Ihr als Brautpaar auf Euer Budget achten müsst! Das können und wollen wir auf keinen Fall „weg diskutieren“.
Die Frage die Ihr Euch stellen müsst ist aber nicht „Wie viel kosten die Fotos?“ sondern „Was bekommen wir und was sind uns unsere Erinnerungen für die Ewigkeit wert?

Wenn der Satz vom Anfang „Wir wollen einen Fotografen der weiß was er tut und tolle Fotos macht.“ auf Euch zutrifft, dann können wir Euch als Brautpaar nur raten:
wenn Ihr bei Eurer Planung an einen Punkt kommt, an dem Ihr überlegen müsst, wo Ihr ggf. Kosten einsparen könnt, fangt nicht beim Fotografen an. Er macht nicht nur Fotos. Er schafft Euch EURE ERINNERUNGEN – das einzige was WIRKLICH von Eurer Hochzeit bleibt.

Und wir können jedem Brautpaar nur raten, wenn Ihr „Euren“ Fotograf gefunden habt – also den Fotograf dessen „Bildsprache“ Euch gefällt und bei dem Ihr Euch gut aufgehoben fühlt – dann macht die Entscheidung „ja oder nein“ nicht von seinem Preis abhängig. Hochzeiten werden meist sehr lange im Voraus geplant und wenn Ihr sicher sein wollt, Euren Wunschfotografen auf Eurer Hochzeit dabei zu haben, solltet Ihr auch ihn lange im Voraus kontaktieren. Und dann ist noch einiges an Zeit um ggf. ein paar Prioritäten zu verschieben oder vielleicht noch etwas am Budget „zu schrauben“  😉

Wir hoffen, wir konnten ein paar Vorurteile ausräumen und für etwas mehr Verständnis sorgen! 🙂

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